
Schön, dass Du diesen Newsletter liest! Ich bin Julia Hackober, Journalistin und Autorin, und ich verschicke meine Briefe alle zwei Wochen am Sonntagabend. In meinem Newsletter geht es um die schönen und heiteren Seiten des Lebens – von Popkultur über Alltagsfragen bis zu Mode- und Reisethemen.Ich freue mich sehr, wenn Du Dich für die Mailingliste anmeldest – dann verpasst Du keine Ausgabe:

Berlin, den 17.7.2022
Liebe Leser*innen!
Ein Samstag auf der Tennisanlage. Es ist Turniertag und viel los, auf allen Plätzen battelt man sich um Spiel, Satz und Sieg. Die Stimmung ist gut, ich sitze entspannt auf der Dachterrasse und beobachte die Matches. Und dennoch stört mich etwas. Genau, ich schaue eben nur zu. So wie die wenigen anderen Frauen, die an diesem Tag zum Amateurturnier gekommen sind. Es sind ausschließlich Männer, die an einem Samstag genügend Zeit haben, um stundenlang auf dem Tennisplatz zu stehen und darum zu kämpfen, in einer ominösen „Leistungsklassen“-Hierarchie ein paar Punkte auf-oder abzusteigen. Frauen haben dafür keine Zeit. Zumindest keine Frauen in meinem Alter: um die dreißig, schwer beschäftigt mit Karriere, Privatleben und allgemeinem Weltschmerz. Da bleibt keine Zeit für ausufernden Freizeitsport, klar, um die Fitness kümmert man sich vielleicht schon, aber dann wird halt morgens früher aufgestanden, um noch schnell eine Runde joggen zu gehen oder Yoga zu machen, bevor die Kinder für die Kita fertig gemacht werden müssen. Und am Wochenende? Da reißen der reale und mentale Load an Aufgaben nicht ab. Zeit für Tennisturniere, die das ganze Wochenende in Anspruch nehmen? Undenkbar!
Das schreiben mir zumindest viele Frauen, als ich auf Instagram die Frage in die digitale Runde werfe: Hallo, liebe Frauen, wie kann es sein, dass wir im Freizeitsport häufig so spärlich vertreten sind?! Bei mir ist es ja genauso: Vor ein paar Saisons habe ich noch in einer Tennismannschaft gespielt, zwar grottenschlecht, aber Spaß gemacht hat es. Nur war meistens schon vor Turnierbeginn klar, dass wir wieder verlieren würden – zu schwierig war es, genügend Spielerinnen für eine funktionierende Mannschaft zusammenzubekommen. Ehrlich gesagt ist es in fast jedem Freizeitsport das gleiche Bild, meiner Erfahrung nach zum Beispiel beim Golfen, Windsurfen, Skifahren: überall viel, viel mehr Männer als Frauen. Und nein, das ist nicht nur ein „Gefühl“, das lässt sich auch in Zahlen belegen: Einem Statista-Dossier zu Sportvereinen in Deutschland zufolge sind aktuell etwa 35 Prozent aller Männer in Sportvereinen angemeldet, aber nur knapp 21 Prozent aller Frauen. Ich finde das schon sehr seltsam. Und unfair. Wieso sind für 38-jährige Familienväter zeitaufwendige Sporthobbys als Ausgleich zum Job normal – für Frauen aber nicht? Zumindest frage ich jeden Golfer, der auf der Sonntagsrunde was davon erzählt, vorm „Kindergeschrei“ geflüchtet zu sein, sofort danach fragen, welchen Ausgleich die nun Mutter fürs sonntägliche Kinderhüten bekommt. Es geht hier aber um mehr als ums nervige Aufdröseln von Freizeit. Ich will nämlich gar nicht unterstellen, dass andere Menschen es genauso unfair finden wie ich, wenn der Partner mehr Zeit fürs Hobby hat als man selbst. Vielleicht bin ich da auch speziell (es ärgert mich SEHR, dass ich meinem Freund beim Golfen Handicap-technisch inzwischen total hinterherhinke, weil ich einfach zu wenig Zeit für Turniere habe). Außerdem muss nicht aus jeder familieninternen Lösung (Vater sonntags auf dem Golfplatz, dafür kann die Mutter samstags unternehmen, was sie möchte) eine feministische Grundsatzdiskussion werden. ABER. Aber, aber. Wenn wir keine 30-jährigen Frauen auf dem Sportplatz sehen, dann liegt dahinter nicht nur ein schnöder Zeit-versus-Interessen-Konflikt (man könnte ja auch sagen: Liebe Frauen, nehmt euch für eure Hobbys bitte einfach die Zeit, die sich eure Männer auch nehmen!). Wenn die Frauen aus dem Breitensport verschwinden, dann ist das auch schlecht für den Spitzensport. Warum? Spitzensportarten leben von einem regen Interesse in der Bevölkerung, von aktiven Vereinen. Umgekehrt profitieren Vereine und vor allem die Nachwuchsförderung von erfolgreichen Spitzensportler*innen. Sehr eindrucksvoll erläutert wird dieses Henne-Ei-Problem in einer Doku von Katarina Schickling und Nici Mühlberger zur Fußball-EM 2022, aktuell in der ZDF-Mediathek zu sehen. Darin wird ein Blick zurück auf die steinige Geschichte des Frauenfußballs in Deutschland geworfen – und auch klipp und klar benannt, wie schwierig die Situation selbst für Nationalspielerinnen immer noch ist: wenig Geld, schlechte Trainingsbedingungen, kaum Anerkennung. Im Film fordern deshalb Spielerinnen wie Laura Freigang mehr Aufmerksamkeit und Wertschätzung für ihren Sport – angefangen schon in der Jugendarbeit. Sehr gefreut habe ich mich deshalb über die Nachricht, dass Unternehmerin Verena Pausder mit fünf anderen Frauen das Frauenfußballteam des Berliner Clubs FC Viktoria übernommen hat. Sie will den Frauenfußball „aus der Mitleidsecke“ holen, wie sie im Interview mit den Finanzielle-Chefredakteurinnen Daniela Meyer und Astrid Zehbe erklärt: „Wir werden dafür sorgen, dass Frauen im Fußball und Sportlerinnen insgesamt besser bezahlt und gefördert werden. Wir treten an für Chancengleichheit im Sport und schaffen nebenbei eine echte Lovebrand, die modern ist und mit deren Werten sich die Fans gerne identifizieren.“ Fazit: Frauen müssen mal wieder selbst helfen, damit was vorangeht, sonst macht’s keiner. Bleibt nur die Frage: Was machen wir mit dem Freizeitsport? Ich habe mir jedenfalls fest vorgenommen, wieder mehr Zeit in meine Spaßsportarten zu investieren. Erstens ist das eine super Ablenkung bei Arbeitsstress, zweitens macht es irre viel Spaß zu sehen, wie man in etwas besser wird, drittens sind gerade Hobbysportarten einfach total gesellig! Wollen wir die Jungs weiterhin auf den Golfplätzen dieser Welt ihre Deals klarmachen lassen? Also, nicht mit mir!Lasst mich gern wissen, was Ihr zu dem Thema denkt – gern als Antwort-Mail auf diesen Newsletter oder auf Instagram!Fotocredit Headerbild: Maurits Bausenhart on Unsplash



Wie sieht der perfekte Sommer-Leseliste aus? Immer aus einer Mischung aus juicy Entertainment, neuen Denkanstößen und hilfreicher Lektüre für den Alltag, finde ich. Für Skoobe, eine digitale Bibliothek, die Ihr Euch per App aufs Handy oder auf den E-Reader laden könnt, habe ich zusammengestellt, was ich diesen Sommer unbedingt lesen muss. Die komplette Liste findet Ihr hier – drei Tipps gibt's aber auch schon mal hier im Newsletter. Und eine wichtige Info! Unter allen Newsletter-Abonnent*innen verlose ich nämlich ein Drei-Monats-Premium-Abo von Skoobe inklusive einem tolino shine 3 E-Reader im Gesamtwert von 150 Euro. Mit der Skoobe App habt Ihr Zugriff auf über 400.000 ebooks und Hörbücher von mehr als 4.800 namhaften Verlagen, SPIEGEL-Bestseller inklusive. Praktisch: Skoobe kann auf bis zu drei Geräten gleichzeitig genutzt werden, es gibt keine Ausleih- und Rückgabefristen.
Was Ihr tun müsst, um am Gewinnspiel teilzunehmen? Antwortet einfach auf diesen Newsletter per Mail und verratet mir Euer aktuelles Lieblingsbuch. Teilnahmeschluss ist der 30. Juli 2022. Und wer direkt loslesen will: Mit dem Code SKOOBEXBVJ können alle Newsletter-Abonnent*innen direkt ein Skoobe Premium Abo 60 statt 30 Tage lang kostenlos testen. Viel Spaß beim Lesen! 1. „Generation Z - Zwischen Selbstverwirklichung, Insta-Einsamkeit und der Hoffnung auf eine bessere Welt“ von Valentina Pavaux (Gräfe und Unzer) Zugegeben: Millennials (also meine Altersklasse) und die Generation Z sind sich ja nicht immer ganz grün. Angefangen hat der „Generationenkonflikt“ (großes Wort für einen skurrilen Internetstreit) mit einer TikTok-Debatte zur „Harry Potter“-Liebe von 30-Jährigen, die die Jüngeren offenbar peinlich finden (ts!). Naja; um nicht vollends in eine Alte-Leute-früher-war-alles-besser-Mentalität zu verfallen, werde ich mir nun endlich Valentina Pavauxs Buch über ihre Generation vorknöpfen – und hoffe dadurch zu verstehen, was 20-Jährige gerade umtreibt, welche Themen ihnen wichtig sind und wie die Generationen, so unterschiedliche popkulturelle Vorlieben sie auch haben mögen, besser gemeinsam daran arbeiten können, dass die Welt zu einem erträglichen Ort wird.2. „50 Sätze, die das Leben leichter machen – ein Kompass für mehr innere Souveränität“ von Karin Kuschik (rororo) Ok, der Titel des Buchs hört sich nach einer unseriösen Behauptung an: Welche Sätze sollen das bitte sein, die das Leben wirklich leichter machen?! Tatsächlich hat Selbstführungscoach Karin Kuschik aber eine erstaunliche Liste von Sätzen zusammengestellt, die man wirklich verinnerlichen sollte, um sich das eigene Leben unkomplizierter zu machen. Angefangen von „Wer mich ärgert, bestimme immer noch ich“ bis hin zu „Klingt alles logisch, mein Gefühl rät mir jedoch was anderes“. Für mich eines der aktuell sinnvollsten, weil hilfreichsten Bücher zum Thema persönliche Weiterentwicklung! Witzig auch als Hörbuch.3
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„Sommerschwestern“ von Monika Peetz (Kiepenheuer & Witsch) Ein richtiger Sommerschmöker gehört aktuell natürlich ganz oben auf den Bücherstapel. Irgendwas mit Familiengeheimnissen und schöner Landschaft! Dieses Jahr werde ich mir den Roman „Sommerschwestern“ von Monika Peetz zu Gemüte führen. Darin geht es laut Klappentext um „vier Schwestern, drei Generationen und eine mysteriöse Einladung an die Nordsee“. Genau der richtige Lesestoff für einen Faulenzer-Tag am See! (Wobei ich mich bei solchen Romanen immer frage, wann mich denn endlich einmal eine mysteriöse Einladung erreicht, die mein Leben verändern wird?!)

Margot Robbie spielt Barbie, Ryan Gosling Ken, und alle Bilder, die bislang von Regisseurin Greta Gerwigs Filmset des Barbie-Movies aufgetaucht sind, sehen nach einem Mattel-Katalog aus dem Jahr 1993 aus: Alles ist neonpink. Ich habe ja den Eindruck, das wird wieder so ein Film, den Popkultur-Autor*innen sehnsüchtig schon ein Jahr vor dem Kinostart sezieren – der aber genau dadurch beim Filmstart schon gar nicht mehr so wirklich interessieren wird.
Jedenfalls macht in der Mode schon jetzt ein neuer Trend die Runde: der Barbiecore. Was heißt das? Man trägt pink. Nicht rosa, kein sanftes Millennial-Pink, sondern sattes, knalliges, Barbie-Neon. So richtig auf den High-Fashion-Radar gebracht hat den Trend Valentino-Designer Pierpaolo Piccioli, der die Show zu seiner Winterkollektion 2022/23 als monochrome "Pink PP Collection" inszenierte.
Und jetzt, kurz bevor diese Kollektion schon wieder in die Läden kommt, tragen sämtliche Prominente, die was auf ihre modisch empowerte Erscheinung halten, Pink.
zeigte sich auf Instagram im pinkfarbenen Sweat-Anzug, Schauspielerin
sorgte in einem ziemlich durchsichtigen, hotpinken Valentino-Kleid für Schnappatmung im Internet - und selbst die sonst so häufig etwas biedere
erschien zur Haute-Couture-Show des Modehauses im pinken Paillettenkostüm, pinkem Täschchen und pinken Plateau-Mega-Heels.
Man merkt schon: Valentino hat Barbiecore vielleicht nicht erfunden, den Trend aber in jedem Fall für sich geclaimed. Bleibt nur die Frage: Was ist eigentlich die Message, wenn man Pink von Kopf bis Fuß trägt? Ist das modischer Eskapismus oder grelle Geschmacksverirrung?
Ich glaube ja, Pink ist halt immer noch die Farbe, die Menschen am meisten triggert. Weil sie so ins Auge springt, weil man nicht daran vorbeikommt, und weil man als Betrachter gezwungen ist, sich irgendwie dazu zu verhalten. Natürlich denkt man bei Pink sofort an Barbie, an Girlie-Dasein, an Elle Woods – aber eben auch an die Power, die man aufbringen muss, um (vor allem in Deutschland...) in Knallpink vor die Tür zu treten.
Barbie bleibt seit vielen Jahrzehnten trotz aller Kritik, trotz ständiger Unterschätzung ihrem Stil treu. Das ist doch bewundernswert. Ich nehme mir jedenfalls fest vor, wenn ich vor dem nächsten Businessmeeting mal wieder zum dunkelblauen Blazer greifen will, doch noch mal kurz zu checken: Wie wär's denn heute mit Barbiecore?!
Und hier noch ein paar passende Look-Empfehlungen für den Trend: Hoodie von Valentino für astronomische 1.390 Euro (es geht um die Farbe, Leute!!); Minikleid von & Other Stories für 69 Euro; Hemd von Malaikaraiss für 239 Euro; Samthaarreif von Henriette von Grünberg (die einzigen, die nicht auf dem Kopf drücken!) für 65 Euro




Und sonst noch?Wie Nerds zu den mächtigsten Männern der Welt wurden: Annekathrin Kohouts erforscht diese Frage in der "Popkulturgeschichte des Nerds". Die Rezension gibt's auf sz.de Und noch ein Lesetipp auf sz.de: Warum man sich bei alten Freunden doch mal wieder melden sollte und warum Gespräche mit Fremden so wichtig sind. Also: Traut euch! Was tun, wenn die Freunde mehr verdienen als man selbst? Die Antworten gibt's bei vice.com
In eigener Sache
: In der
gibt's eine tolle Geschichte von Stella Brikey mit lauter Tipps von erfolgreichen Frauen, wie man sich den Arbeitsalltag etwas angenehmer gestalten kann – zum Beispiel, in dem man kleine Pausen einbaut, von denen Kolleg*innen nicht immer was mitbekommen müssen :) Dabei sind u.a. Tijen Onaran, Isa Daur und Cosmopolitan-Chefredakteurin Lara Gonschorowski – und ich! Also, auf zum Kiosk!
Das war's für heute von mir. Bald kommt der nächste Brief. Wenn Ihr vorher schon mit mir in Kontakt treten wollt, findet Ihr mich (viel zu oft) auf Instagram @juliahackober.Macht es gut! Eure Julia