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Liebe Leser:innen!
Herzlich willkommen bei Sunday Delight! Ich bin Julia Hackober, Kulturjournalistin aus Berlin, und in diesem Newsletter schreibe ich sehr persönlich über Themen aus Gesellschaft und Popkultur.

Heute geht es hier um folgende Themen:

Frauenfreundschaften im Job: Wie viel Nähe verträgt das Berufsleben? Interview mit Henrike Redecker über ihr Buch “Female Friendship & Work”
Hilfe, ich hab nix anzuziehen! Wie man vor Events modische Sicherheit gewinnt, erklärt Stylistin Janine Dudenhöffer

Viel Spaß beim Lesen und einen schönen Sonntag,
Eure Julia

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“Schwierig wird es,
wenn Nähe und berufliche Abhängigkeit zusammenkommen”

Henrike Redecker im Interview über Frauenfreundschaften im Job

the bold type GIF

Mustwatch für alle Fashiongirls: “The Bold Type” erzählt von drei Freundinnen, die bei einem Modemagazin arbeiten. ‘
Gif by showmax on Giphy

Vielleicht kennt Ihr die Situation, ich habe sie in meinem Berufsleben jedenfalls schon häufig erlebt: Jeder Job macht mehr Spaß, wenn man sich im Team gut versteht, wenn aus den Menschen, mit denen man jeden Tag zusammenarbeitet, Freundinnen werden. Aber: Jeder Job wird auch viel, viel schwieriger, wenn die Grenzen zwischen Freundschaft und beruflicher Beziehung so sehr verschwimmen, dass konstruktive Zusammenarbeit nicht mehr möglich ist. Weil Aufgaben als persönliche Gefallen gewertet werden, weil nicht mehr zwischen professioneller und persönlicher Kritik unterschieden wird, weil es als Angriff auf die Freundschaft verstanden wird, wenn man beruflich einen neuen Weg einschlagen will.

Ich glaube jedenfalls, kein zwischenmenschliches Thema hat mich in meiner bisherigen Karriere mehr beschäftigt als die Frage, wie Frauenfreundschaften in einer sehr kompetitiven Branche funktionieren können. Mal hat es besser geklappt, mal schlechter. Manche Freundschaften bestehen seit vielen Jahren, was mich stolz und glücklich macht, andere sind katastrophal gescheitert.

Ehrlich gesagt war ich ein bisschen erleichtert, als ich kürzlich Henrike Redeckers Essay “Female Friendship & Work” las, erschienen bei Palooma Publishing. Henrike dröselt darin auf, warum Freundschaft im Berufsleben so schön und so schwierig zugleich sein kann, und natürlich musste ich mit ihr über dieses Thema sprechen.

Liebe Henrike, ein Job soll im besten Fall persönliche Erfüllung bringen, ein gutes Leben ermöglichen, und Freundinnen will man auch noch finden. Ist das nicht sehr viel verlangt? Und: Wie eng kann man in einer ambitionierten beruflichen Situation überhaupt sein?

Henrike Redecker: Ja, das ist viel verlangt, aber nur, wenn wir es als Pflicht verstehen. Ich sehe Freundschaft im Job eher als Bonus. Eine gute Zusammenarbeit funktioniert auch ohne Freundschaft. Aber wenn wir einen so großen Teil unseres Lebens bei der Arbeit verbringen, warum sollten wir dort auf Freundinnen verzichten? Der Arbeitsplatz ist ein Ort, an dem wir Frauen treffen, die beruflich auf einer ähnlichen Wellenlänge sind und sich für dieselben Themen begeistern. Da haben wir schon mal was gemeinsam, auf dem wir aufbauen können.

Wie eng wir sein können, hängt von der Person ab. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es super funktionieren kann, wenn man sehr eng verbunden ist. Nicht immer, aber es geht. Gerade unter Druck entsteht schnell Vertrautheit, weil man gemeinsam Situationen durchsteht und genau weiß, wie die anderen reagieren. Wichtig ist nur, dass die Rollen klar sind. Je klarer das geregelt ist, desto mehr Nähe verträgt eine Freundschaft im Job. Ambition und Freundschaft schließen sich also nicht aus. Im besten Fall verstärken sie sich gegenseitig.

Henrike Redecker fotografiert von Hannah Calma

Wir sind beide bei vielen “Female Empowerment”-Events unterwegs, wo berufliche Frauenfreundschaften sehr stark in Szene gesetzt werden. Ich finde das einerseits schön, manchmal aber auch schwer zu glauben, mit wie vielen Frauen man angeblich ultradicke ist. Wie geht es dir damit?

Mir geht es genauso. Ich bin selbst gern und oft bei diesen Events, und ich finde es toll, dass Frauenfreundschaften so viel Sichtbarkeit bekommen. Gleichzeitig wird dort oft eine Vertrautheit inszeniert, die nicht gewachsen, sondern hergestellt ist. 

Im Essay beschreibe ich das als eine Art Greenwashing des Feminismus: Der Female-Empowerment-Stempel wird inzwischen fast auf alles gedrückt. Dabei braucht es deutlich mehr, um Frauen wirklich zu stärken, als einen Abend, an dem wir uns gegenseitig feiern. Für mich ist die entscheidende Frage: Bleibt die Freundschaft auch ohne Bühne bestehen? 

Worin liegen deiner Meinung nach die Stärken von Frauenfreundschaften im Job, und was macht sie häufig so schwierig?

Die Stärke liegt im Vertrauen. Wenn ich mit einer Freundin zusammenarbeite, weiß ich, dass ich ehrliches Feedback bekomme und dass jemand hinter mir steht, wenn es schwierig wird. Das macht selbstbewusster, mutiger und auch belastbarer. Stressige Phasen lassen sich gemeinsam einfach leichter überstehen.

Schwierig wird es, wenn Nähe und berufliche Abhängigkeit zusammenkommen. Frauen bauen oft schnell Nähe auf, wir teilen offener und sprechen über Unsicherheiten. Dadurch entsteht aber auch das Gefühl, verantwortlich zu sein. Viele von uns übernehmen ganz automatisch emotionale Arbeit und wollen Harmonie herstellen. Häufig ist das ungleich verteilt, und meistens trägt die Person mit weniger Macht die größere Last.

Dazu kommt das People Pleasing, das ich selbst gut kenne. Wer es allen recht machen will, sagt schnell Ja zur Nähe. Ich nenne das im Essay die Friendship-Falle: Eine berufliche Beziehung wird so emotional aufgeladen, dass die professionellen Grenzen verschwimmen. Und dann tut es umso mehr weh, wenn zum Beispiel wirtschaftliche Entscheidungen getroffen werden, die mit der Freundschaft nichts zu tun haben.

Female Friendship & Work. Die Balance zwischen Vertrauen, Verbundenheit und Verbünden. Von Henrike Redecker, erschienen bei Palomaa Publishing, 16 Euro

Was muss man deiner Meinung und Erfahrung nach beachten, damit eine Arbeitsfreundschaft im persönlichen Leben trägt und eine Kündigung überlebt?

Transparenz und Klarheit. Die größte Gefahr für berufliche Freundschaften sind nicht Konflikte, sondern Unklarheit. Nicht zu wissen, ob man gerade als Freundin oder als Kollegin spricht, ob etwas vertraulich bleibt oder Konsequenzen hat. Deshalb lohnt es sich, Rollen und Erwartungen früh offen anzusprechen und auch zu benennen, wenn man die Rolle wechselt: “Das sage ich dir jetzt als Kollegin.” Kritik sollte sich immer auf die Sache beziehen, nicht auf die Person. 

Damit eine Freundschaft den Jobwechsel übersteht, muss sie mehr sein als Gewohnheit. Manche Freundschaften entstehen einfach, weil man lange nebeneinander sitzt. Das ist schön, aber nicht jede vertraute Kollegin muss für immer eine Freundin bleiben. Die Freundschaften, die tragen, sind die, die sich in Verlässlichkeit bewährt haben. Und nach einer Kündigung braucht es oft eine neue Basis: Worüber sprechen wir jetzt, was verbindet uns außerhalb des alten Jobs?

Vielen Dank für das Interview und Dein tolles Buch, liebe Henrike!

Delightful 🔥

Beharrlichkeit > Zufallsprinzip: Pia Frey und Caroline von St. Ange haben in Pias neu gegründetem Verlag ein großartiges Buch rausgebracht: “Das geht ja doch!” erzählt von Menschen, die gegen alle Widerstände an Träumen drangeblieben sind. Ein Buch, das viel Mut macht – aus meiner Sicht ein tolles Weihnachtsgeschenk für junge Menschen, nicht nur, aber insbesondere.

Schön schmerzhaft: In “Die Riesinnen” erzählt Hannah Häffner von den Härten von drei Frauenleben, und zwar in allen Facetten. So treffend und wahr beschrieben, dass es manchmal wehtut, weiterzulesen. Der Roman wurde diesen Herbst als “Lieblingsbuch der Unabhängigen Buchhandlungen” ausgezeichnet, aus meiner Sicht sehr verdient!

Zwischen Ohrwürmern und Ausbeutung: Für den “Stern” habe ich über die No Angels-Doku geschrieben, die aktuell in der ARD-Mediathek zu sehen ist; darin erzählen die Engel vom Preis, den die steile Popstars-Karriere Anfang der Nullerjahre kostete. Mustwatch (und read 🙂 ) für alle, die schon vor 20 Jahren Hüfthosen trugen.

Was hilft gegen Taste-Slop, also ästhetischen KI-Einheitsbrei? Na: In allen Lebensbereichen mehr Persönlichkeit zu zeigen! Dafür plädiere ich jedenfalls in meiner aktuellen Kolumne im “manager magazin”.

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Hilfe, was soll ich nur anziehen?

Drei Tipps von Stylistin Janine Dudenhöffer für alle,
die “nichts anzuziehen” haben

Janine Dudenhöffer unterstützt als Stylistin dabei,
das Beste aus Kleiderschränken herauszuholen.

Als Stilkritikerin bin ich natürlich überhaupt nicht der Meinung, dass Klamotten Nebensache sind, sondern der festen Überzeugung, dass ein gutes Outfit den Tag retten kann. Nur: Seit ich Mutter geworden bin, fühle ich mich vielen Outfits entwachsen und muss mich modisch erst mal “neu finden”.

Also war ich kürzlich sehr dankbar, als ich vor einem wichtigen beruflichen Termin Stylistin und Sustainability-Beraterin Janine Dudenhöffer um Hilfe bitten durfte. Mit Janines Unterstützung wurde aus “Nichts passt, alles sieht doof aus, ich brauche lauter neue Klamotten!!” schnell ein “guck mal, das hab ich noch gefunden, sieht ganz cool aus, oder?”

Nach Janines Feedback und Ermutigung zu viiiiel Farbe habe ich erstens kein Teil neu kaufen müssen und zweitens vor dem Event keine einzige Sekunde mehr über meine Klamotten nachgedacht. Und ich verstehe jetzt, warum Celebrities eine persönliche Stylistin engagieren, es verleiht schon viel Selbstbewusstsein, wenn dir mal jemand anderes als der Ehemann/die beste Freundin/die Mutter sagt: Das sieht richtig gut aus!

Für die Newsletter-Community hat mir Janine drei Tipps geschickt, wie man auf die Schnelle zu Hause mehr Sicherheit bei der Outfitwahl gewinnt:

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Der Frische-Effekt: Kenne deine Farben
“Selbst im teuersten Kleidungsstück siehst du müde, fahl aus, wenn es nicht deine Farbe ist. Es lohnt sich, einmal zu herauszufinden, ob man ein warmer oder kühler Typ ist (trägst du lieber Gold oder Silber?) Die richtigen Farben im Gesichtsbereich wirken nämlich wie ein Weichzeichner: Sie lassen den Hautton ebenmäßiger erscheinen, Augen strahlen und Augenringe optisch verblassen.”

Der Balance-Code: Setze deine Proportionen in Szene
“Beim perfekten Auftreten geht es nicht um Kleidergrößen, sondern um die optische Balance. Ziel ist es, die Silhouette harmonisch wirken zu lassen und die Körperpartien zu betonen, die du besonders an dir magst. Diese innere Sicherheit strahlst du auch direkt aus. In welchen Teile fühlst du dich stark und sicher?”

Die Drei-Teile-Regel
“Das einfachste Werkzeug, um aus einem simplen Alltags-Outfit einen durchdachten Look zu machen. Ein Outfit, das nur aus einer Hose und einem Top besteht, wirkt oft unvollständig. Das dritte Teil verleiht dem Outfit Struktur: ein Blazer, ein Shirt mit Rolli drunter, ein Gürtel oder ein auffälliges Statement-Accessoire wie ein Tuch oder eine markante Kette.”

Meine Empfehlung: Janine kommt auch zu Euch nach Hause (digital oder “in echt”), um den Kleiderschrank nach neuen Kombis zu durchforsten, auszusortieren und gezielt zu ergänzen. Mehr über ihre Arbeit und ihr Angebot erfahrt Ihr hier.

💌 Ich hoffe, Dir hat diese Ausgabe Spaß gemacht! Falls ja: Dann leite diese Mail doch unkompliziert an alle Freunde weiter, die sich auch dafür interessieren könnten – sharing is caring 🙂

🌠 Wünsche oder Feedback? Schreib mir gern eine Mail an [email protected]!

🎁 Werbung im Newsletter? Ich bin immer offen für spannende Kooperationen. Mein Mediakit versende ich auf Anfrage.

☎️ NEU: Du willst einen eigenen Newsletter starten? Dann komm in meine Newsletter-Sprechstunde und frag mich alles, was Du über Newsletter wissen willst (und ja, ich verrate auch meine größten Fehler und Fails!) Hier kannst Du einen Termin mit mir vereinbaren.

Bis nächsten Monat! Deine

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