Zielgruppe? Mädelsabend!

Review: "Wunderschöner" von Karoline Herfurth im Kino + James Bond arbeitet jetzt für Jeff Bezos + Clueless wird 30 (as if???)

Herzlich willkommen bei Sunday Delight!
Ich bin Julia Hackober, Kultur-und Stilkritikerin aus Berlin, und in diesem Newsletter kommentiere ich jeden Sonntag die interessantesten Hypes und Aufreger aus Popkultur, Gesellschaft und Lifestyle. Anders gesagt: Ich scanne das Internet, damit Ihr das nicht tun müsst 😉 

Heute fällt der Newsletter ein bisschen knapper als normalerweise aus, immerhin ist heute Bundestagswahl und wir alle haben den Kopf voll. Falls Ihr Ablenkung braucht, dann vielleicht mit diesen Themen – viel Spaß beim Lesen!

  • “Wunderschöner” im Kino: Was kann Karoline Herfurths neuer Film?

  • Außerdem: Jan Böhmermanns Satire für die “New York Times”, der Ausverkauf von James Bond, und: Ein Teenie-Kultfilm wird 30!

enjoy & judge:
Mein Wochenrückblick mit den
Tops und Flops aus Lifestyle, Popkultur und Gesellschaft

Nora Tschirner und Karoline Herfurth in “Wunderschöner”.
© 2025 Warner Bros. Entertainment Inc.

🍿Ein Film, in dem Männer wirklich sehr schlecht wegkommen: Und damit ist “Wunderschöner” von und mit Karoline Herfurth natürlich die perfekte Wahl für einen aufgekratzten Mädelsabend im Kino (in der Vorführung, die ich besuchte, amüsierten sich jedenfalls ausschließlich Freundinnengruppen über unfähige Ehemänner).
Worum geht’s? Im Episodenfilm werden diverse Frauenprobleme in einer patriarchal geprägten Gesellschaft abgehandelt: Es geht um unterschiedliche Auffassungen über aufgeräumte Wohnungen, Missverständnisse in offenen Beziehungen, um #metoo in der Medienbranche, um Zwangsprostitution – und und und.
Durchweg top: die Darstellerinnen-Riege um Nora Tschirner als feministischer Kunstlehrerin und Anneke Kim Sarnau als “Botox-Lady”, deren vermeintlich perfektes Leben aus den Fugen gerät, als ihr Mann sie mit einer Escort-Lady betrügt.
Kleiner Minuspunkt: In der Fortsetzung von “Wunderschön” (2022) schraubt Regisseurin Herfurth Anspruch und Ernsthaftigkeit hoch. Gut, dass es in Teil 2 um mehr geht als zigfach erörterte Body-Positivity-Issues; allerdings werden im neuen Film schon seeeeehr viele Themen angerissen, einige davon so schwerwiegend, dass etwa die Kabbeleien in der Ehetherapie im Vergleich nichtig erscheinen. Gerade das ist aber wohl nicht Ziel des Films – Frauenschicksale gegeneinander auszuspielen.
Gucken oder nicht? Ja, aber nur mit ‘ner großen Popcorn-Packung, einem schön zuckrigen Getränk und mindestens zwei Freundinnen im Schlepptau. Trailer hier.

Fünf Minuten Internet:

  • Peak Edutainment: Jan Böhmermann kommentiert in diesem satirischen Video für die “New York Times” die Schwierigkeiten der deutschen Vergangenheitsbewältigung – und was das mit dem Aufschwung der AfD zu tun hat: “Unfortunately, ‘never again’ didn’t come with a manual on how to ‘never again’”. Der Auftritt dürfte zahlreiche deutsche Chefredakteure vor Neid erblassen lassen – ein Opinion-Piece in der “NYT” über den Zustand der deutschen Gesellschft ist in unserer Branche schließlich sowas wie der Oscar fürs Lebenswerk!

  • James Bond arbeitet jetzt für Jeff Bezos: Naja, so ähnlich zumindest, denn Familie Broccoli, die die Rechte an den Geschichten rund um den Agenten seit den 1960er-Jahren hält, verkaufte jetzt die “kreative Kontrolle” an Amazon. Fans sind entsetzt: Wird man den nächsten Bond-Film mit nervigen Amazon-Werbeunterbrechungen streamen müssen??

  • Woher kommt die neue Faszination für Heidi Klum? Jahrelang galt Klum mit ihrer internationalen als zwar erfolgreicher “Export-Star”, hierzulande galt sie ja aber vor allem wegen der endlosen Topmodelsuche/Ausbeutung als umstritten.
    Doch wie so oft gilt: Je länger man alle Vorwürfe an sich abprallen lässt, desto mehr Kultpotential entwickelt man anscheinend. Vor kurzem reklamierte Klum im “Stern” die Interpretation ihrer Karriere für sich (“Ich wurde für meine positive Art immer wieder kritisiert”); jetzt widmet ihr die ARD eine Podcast-Serie, die das “Imperium” der 51-Jährigen untersucht.
    Hm. Ich glaube ja, dass Heidi Klum den neuen, wohlwollenden Blick auf ihre Person ihrem Mann zu verdanken hat – auf die Coolness der Kaulitz-Brüder können sich schließlich alle irgendwie einigen…

  • As if! “Clueless” wird 30 – könnt Ihr das fassen? Ich kann mich noch genau erinnern, wie ich den Film das erste Mal sah – ca. anno 1999, auf VHS-Kassette im Hobbykeller einer befreundeten Familie, wo niemand kontrollierte, wie viel und was wir dort glotzten 🙂 
    Erinnerungen! Hier habe ich vor ein paar Jahren schon mal erklärt, wieso sich Cher Horowitz seit Jahrzehnten als popkulturelle Leitfigur hält, den Artikel würde ich immer noch unterschreiben. Und für alle Modefans: Hier könnt Ihr Euch von Chers coolsten 90ies-Outfits inspirieren lassen.

    High School Flirt GIF by reactionseditor

    Giphy

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